Neubepflanzung des Gugenmusplatz und Einweihung der Informationstafel des Geo-Naturparks

„Das ist ja schön geworden!“ – So oder so ähnlich kommentierten nicht wenige Passanten und Besucher des Gugenmusplatz dessen Neugestaltung, die von einigen Mitgliedern und der Vorstandschaft des Obst- und Gartenbauvereins Handschuhsheim  Ende April durchgeführt wurde.

Der Gugenmusplatz liegt am Friedhof in der Straße Im Steinberg, leicht erkennbar an der markanten Sandsteinsäule, und ehrt den Landwirt Stephan Gugenmus (1740-1778), der als früher Reformakteur der Landwirtschaft gilt. Er brach mit alten Anbaumethoden, wie der Dreifelderwirtschaft. Neben anderem setzte er auf Fruchtwechsel und gezielte Düngung mit Stallmist. Dadurch steigerte er die landwirtschaftlichen Erträge der Region deutlich. Seine Reformen prägten Handschuhsheim nachhaltig und machten den Ort zu einem frühen Beispiel fortschrittlichen Gartenbaus.

Bereits 1984 wurde der Platz erstmals vom Obst- und Gartenbauverein Handschuhsheim angelegt, damals mit Rosen bepflanzt und im Nachgang auch gepflegt.

Der diesjährigen Neubepflanzung folgte dann am 2. Juni ein weiterer Höhepunkt am selben Ort; die feierliche Einweihung einer weiteren Informationstafel des Geo-Naturparks Bergstrasse-Odenwald: „Blütenweg Bergstrasse“ und Gugenmus-Platz.

Die Informationstafel wurde von der städtischen Umweltbildungsplattform „Natürlich Heidelberg“ in Zusammenarbeit mit dem Obst- und Gartenbauverein Handschuhsheim sowie dem Verein „Blühende Bergstraße“ konzipiert. Die Finanzierung erfolgte durch den Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald.

Bei der Einweihung hob Geopark-Geschäftsführerin Dr. Jutta Weber die langjährige Kooperation hervor: „Ich möchte mich für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Heidelberg und der Umweltbildungsplattform „Natürlich Heidelberg“ bedanken, die viele erfolgreiche Projekte hervorgebracht hat. Als neuer Geopunkt vereint die Tafel am Gugenmusplatz die landschaftliche Einzigartigkeit der Bergstraße mit der Erinnerung an einen Vorreiter in der Landwirtschaft.“

Auch die Leiterin des städtischen Umweltamtes, Sabine Lachenicht, begrüßte das neue Informationsangebot. In ihrem Grußwort betonte sie dessen Bedeutung für die öffentliche Wahrnehmung der besonderen Kulturlandschaft und ihres Schutzes. „Das vielfältige Flächenmosaik der Bergstraße ist nicht nur landschaftlich reizvoll – es ist auch ökologisch wertvoll und Lebensraum seltener und gefährdeter Arten.“

Zugleich verwies Lachenicht auf das Engagement zahlreicher lokaler Akteure, die sich für den Erhalt dieser Landschaft einsetzen: „Hier an einem Einstieg zum Blütenweg bekommt dieses Engagement rund um den Naturschutz und die Landschaftspflege Aufmerksamkeit“, so Lachenicht. Darüber hinaus stellte sie die historische Bedeutung von Gugenmus für die regionale Landwirtschaft heraus: „Die Weiterentwicklung des Gemüse- und Dauerkulturanbaus legte den Grundstein für die lebendige Gartenbautradition im Handschuhsheimer Feld. Bis heute trägt das Erbe von Gugenmus somit zur nachhaltigen regionalen Lebensmittelversorgung unserer Stadt mit frischem Obst und Gemüse bei“.

Zum Abschluß sprach Sabine Heck aus dem Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins Handschuhsheim und dankte allen Beteiligten namentlich, die bei der Neuanlage aktiv oder im Hintergrund mitgewirkt haben.

Diesem Dank schließt sich die ganze Vorstandschaft an.

Für Anwohner, Passanten, Spaziergänger ist ein Kleinod geschaffen worden, das zu Ruhe und Entspannung einlädt und, wie man jetzt schon feststellen kann, auch rege genutzt wird.

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